So bindest du deine Google Fonts
DSGVO-konform auf deiner Website ein

Mit dieser Anleitung entfernst du die Verbindung zum Google-Server in 8 Schritten

Google Fonts bindest du DSGVO-konform auf deiner Website ein, indem du die verwendeten Schriftdateien lokal auf deinem eigenen Server speicherst und die direkte Verbindung zu den Google-Servern unterbindest. So werden die Schriften beim Aufruf deiner Website nicht von Google geladen und die IP-Adresse deiner Besucherinnen und Besucher wird dabei nicht an Google übermittelt.

In dieser Anleitung zeige ich dir Schritt für Schritt, wie du Google Fonts herunterlädst, lokal einbindest und die Verbindung zum Google-Server vollständig entfernst.

Google Fonts sind genial: Es gibt über 1300 Schriften, die kostenlos und lizenzfrei genutzt werden können – auch auf deiner Website. Themes, Plugins und Pagebuilder wie z. B. Elementor bringen die Schriften standardmäßig mit. Aber wenn du sie nutzt hast du ein Problem. Denn die direkte Einbindung über den Google-Server ist nicht datenschutzkonform und kann bestraft werden. 

Zu 100 Euro Schadenersatz hat das Landgericht München im Januar 2022 einen Website-Betreiber verurteilt, weil er Google Fonts verwendet hat. Ein Website-Besucher hatte geklagt, dass seine persönlichen Daten ohne seine Einwilligung an Google in die USA übermittelt wurden.

Damit gibt es jetzt zum Thema Google Fonts ein Urteil, einen Präzedenzfall in Deutschland, und die berüchtigten Abmahn-Anwälte haben sich wie die Geier darauf gestürzt.

Dabei ist das Thema gar nicht neu: Die Verwendung der dynamischen Google Fonts ist seit dem Inkrafttreten der DSGVO am 25. Mai 2018 verboten.

Was passiert technisch, wenn ich Google Schriften direkt nutze?

Beim Aufruf deiner Website wird die IP-Adresse des Users an den Google-Server gesendet. Dann werden die auf der Website eingebundenen Schriften vom Google-Server geladen und dynamisch in das HTML-Dokument eingebunden, das zum User übertragen wird.

Das passiert so schnell … So schnell kannst du gar nicht gucken.

„Die unerlaubte Weitergabe der dynamischen IP-Adresse des Klägers durch die Beklagte an Google stellt eine Verletzung des allgemeinen Persönlichkeitsrechtes in Form des informationellen Selbstbestimmungsrechts nach § 823 Abs. 1 BGB dar“, so das Gericht. Hier geht’s zum Urteil …

Darf ich Google Schriften jetzt nicht mehr nutzen?

Nein und ja!

Es kommt darauf an, WIE du die Google Fonts auf deiner Website einbindest.

Nein! Denn: Die Nutzung der Google Fonts über dein Theme, deinen Pagebuilder oder verschiedene Plugins erfolgt durch direkte Verbindung zum Google-Server. Hier solltest du jetzt unbedingt handeln!

Ja: Du kannst deine Google Schrift „selbst hosten“. Damit nutzt du deine Schrift ohne direkte Verbindung zum Google-Server und ohne dass die IP-Adresse deines Users in die USA übertragen wird.

Google Fonts datenschutzkonform einbinden

Wie finde ich heraus, ob meine Website mit dem Google-Server verbunden ist?

Über deinen Browser stellst du ganz einfach fest, ob deine Website Google Fonts direkt über den Google Server lädt:

Logge dich aus deiner Website aus und und rufe deine Website mit dem Chrome Browser auf. Durch einen Rechtsklick irgendwo auf deiner Website, kannst du sie „Untersuchen“.

So untersuchst du, ob du auf deiner Website Google Fonts nutzt

Nicht erschrecken: Es öffnen sich die Developer Tools und du siehst erstmal ganz viel Code.

In der oberen Leiste siehst du eine Menü-Leiste. Klicke in dieser Leiste auf „Quellcode“ und schau dir die linke Spalte an.

Sobald hier die Google-Referenzen „googleapis“ und „gstatic“ auftauchen, werden deine Schriften direkt vom Google-Server geladen.

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Hier ist ein Beispiel mit der Verbindung zum Google-Server:

Google Fonts im Chrome Browser

So sieht der Quellcode ohne die Verbindung zum Google-Server für die Google Fonts aus:

Quellcode ohne Google Fonts

So nutzt du deine Google Fonts DSGVO-konform

Es ist überhaupt nicht kompliziert, die Verbindung zum Google-Server zu kappen und die Google Fonts lokal auf deiner Website einzubinden.

Damit du das direkt umsetzen kannst, enthält die folgende Anleitung einfache und kostenlose Tools. Also: No Coding! 

1. Dein erster Klick geht auf fonts.google.com

Du findest deine Google Schrift ganz schnell über die Suche.

Neben den enthaltenen Schriftschnitten findest du die Glyphen inkl. Sonderzeichen und die Lizenz-Info, die du unbedingt beachten musst.

2. Downloade deine Schriftdateien

Über den Button „Download Family“ oben rechts, lädst du die Schrift als zip-Datei mit allen enthaltenen Schriftschnitten herunter.

Google Fonts downloaden

3. Schriften entpacken

Wenn du zip-Datei entpackst, erhältst du alle enthaltenen Schrift-Dateien im ttf-Format. Diese „TrueType Fonts“ kannst du auf deinem Computer installieren und auch mit anderen Programmen nutzen (Word, Photoshop, etc.).

Google Font Roboto im TTF-Format

4. Schriften konvertieren

Damit deine Schrift von allen Browsern angezeigt werden kann, brauchst du diese Datei-Formate:

  • WOFF Datei (verwendet von modernen Browsern)
  • WOFF 2 Datei (verwendet von supermodernen Browsern)

Über ein kostenloses Tool wie z. B. fontConverter.io oder onlinefontconverter.com kannst du in wenigen Klicks aus deiner Schrift im ttf-Format die anderen Formate generieren.

Google Fonts konvertieren
  1. Du wählst deine zu konvertierende Schriftdatei aus (hier: Roboto-Regular.ttf).
  2. Du wählst die Dateiformate, die du brauchst.
  3. Du klickst auf „Convert Font“ und erhältst eine zip-Datei mit der Schrift in den verschiedenen Formaten.

5. Google Fonts hochladen

Jetzt kommt es darauf an, welches Theme bzw. welchen Pagebuilder du nutzt.

Im weiteren Verlauf des Beitrags geht es um den Pagebuilder Elementor. Die Vorgehensweise kannst aber auf alle anderen Pagebuilder übertragen.

Fonts in gängiges Theme einbinden

Für die gängigen Themes (z. B. Astra, OceanWP) kannst du deine Fonts über das Plugin Custom Fonts hochladen.

Du fügst im Plugin deine Schrift hinzu, legst eine Fallback Schrift fest und wählst den Schriftschnitt deiner Font.

Dann lädst du nach und nach deine Font-Dateien zu den entsprechenden Dateiformaten hoch.

Um einen weiteren Schriftschnitt hinzuzufügen, klickst du auf den Button „Add Font Variation“.

Wenn du unten auf „Add new font“ klickst, ist deine Schrift angelegt.

Wenn du Elementor nutzt, kannst du jetzt die Google Fonts direkt über den Pagebuilder lokal hosten. Eine Blitzanleitung findest du hier …

Google Fonts über das Plugin Custom Fonts hochladen

Fonts in Elementor Pro einbinden

In Elementor Pro ist das Hochladen von benutzerdefinierten Schriften sowieso vorgesehen. Du brauchst als Pro-Nutzer also kein Extra-Plugin.

Gehe unter Elementor auf „benutzerdefinierte Schriftarten“, klicke oben „Add new“ und lade hier deine Fonts entsprechend den Formaten hoch.

Leg die verschiedenen Schriftschnitte unbedingt auf einer Schriftfamilie an, damit du später die Schriftschnitte direkt im Pagebuilder festlegen kannst.

Anschließend klickst du auf den Button „Veröffentlichen“.

6. Schriften austauschen

Gehe nun in deinen Customizer und tausche die dort festgelegten Google Fonts gegen die jetzt lokal eingebundenen Schriften aus. Du findest diese jetzt unter den Systemschriften.

Wenn du einen Pagebuilder nutzt, ist es wichtig, die Schriften ebenfalls an einem Ort definiert zu haben. Nutzt du das Hello Theme und Elementor, legst du deine Typography unter den Website-Einstellungen fest.

Egal welchen Pagebuilder du nutzt: Jetzt ist es wichtig, dass in keinem eingefügten Element mehr die im System enthaltenen Google Fonts benutzt werden. Am besten wählst du bei den Elementen sowieso immer „Vorgabe“, damit deine Schriften direkt aus der vom Theme erzeugten CSS-Datei geladen werden.

7. Quellcode checken

Wenn du alle Schriften ausgetauscht hast, kannst du den Cache deiner Website einmal löschen, deine Live-Seite aktualisieren und erneut einen Blick in den Quellcode deiner  Website werfen.

Wenn jetzt immer noch eine Verbindung zum Google Server angezeigt wird, kann die Verbindung durch irgendein Plugin oder eingebettete Inhalte hergestellt werden, z. B. HTML-Code deines Newsletter-Anmeldeformulars, YouTube-Videos.

8. Verbindung zum Google-Server endgültig trennen

Vielleicht nutzt du bestimmte Plugins, die ebenfalls Google Fonts direkt vom Google Server laden. Auch diese Verbindung musst du unbedingt trennen.

Verbindung per Plugin trennen

Es gibt verschiedene Plugins, die du einsetzen kannst, um die letzten Reste deiner dynamischen Google Fonts zu entfernen:

Ein beliebtes Plugin ist  Disable and Remove Google Fonts. Diesen kannst du einfach installieren, aktivieren und schon sollten alle Verbindungen zum Google-Server getrennt sein.

Verbindung per Code trennen

Wenn du Elementor nutzt und dir das Plugin sparen willst, kannst du unter „Design“ →  „Theme Datei Editor“ einen einfachen Code in die functions.php deines Child-Themes einbinden:

				
					/* Keine Google Fonts */
add_filter( 'elementor/frontend/print_google_fonts', '__return_false' );

				
			
Google Fonts DSGVO-konform einbinden

Gibt es auch Nachteile, wenn ich meine Google Fonts lokal hoste?

Neben all den Vorteilen (z.B. verbesserte Ladezeiten), die durch das direkte Einbinden der Google Schriften entstehen, kann es auch Nachteile geben:

  • Es kann passieren, dass dein Favorit aus deinem Theme gar nicht bei den Google Fonts enthalten ist. So erscheint z. B. die Schrift „Content“ bei den Google Fonts nur als Khmer Schrift. In diesem Fall kannst du dir nur eine andere Schrift aussuchen.
  • Je nach Schrift kann es vorkommen, dass sie auf verschiedenen Endgeräten leicht verändert aussieht. Lass dich davon nicht irritieren: Die Lesbarkeit deiner Schrift steht immer noch Mittelpunkt!

FAQ - Häufige Fragen zu Google Fonts und Datenschutz

Darf ich Google Fonts auf meiner Website verwenden?

Ja, du darfst Google Fonts verwenden. Entscheidend ist, wie du sie einbindest. Werden die Schriftdateien lokal auf deinem eigenen Server gespeichert, muss beim Laden deiner Website keine direkte Verbindung zu den Google-Servern hergestellt werden. 

Warum ist das direkte Laden von Google Fonts problematisch?

Beim dynamischen Laden fordert der Browser die Schriftdateien direkt von Google an. Dabei wird unter anderem die IP-Adresse der Website-Besucherin oder des Website-Besuchers an einen Google-Server übermittelt und das ist nicht datenschutzkonform. Durch das lokale Speichern der Schriften kannst du diese direkte Verbindung vermeiden.

Wie finde ich heraus, ob meine Website Google Fonts von Google lädt?

Öffne deine Website in einem privaten Browserfenster und rufe über einen Rechtsklick die Entwicklerwerkzeuge auf. Suche dort im Quellcode nach Verbindungen zu fonts.googleapis.com oder fonts.gstatic.com. Werden diese Domains angezeigt, lädt deine Website noch Schriftdateien direkt von Google.

Wie kann ich Google Fonts lokal auf meiner Website einbinden?

Lade die benötigte Schriftfamilie herunter und speichere die verwendeten Schriftdateien auf deinem eigenen Webserver. Anschließend legst du die lokale Schrift in deinem Theme oder Pagebuilder an und ersetzt die bisher dynamisch geladenen Google Fonts. Prüfe danach erneut, ob alle Verbindungen zu den Google-Servern entfernt wurden.

Brauche ich Programmierkenntnisse, um Google Fonts lokal einzubinden?

Nein. Viele Themes und Pagebuilder bieten eigene Einstellungen für lokale oder benutzerdefinierte Schriften. Erfahre hier, wie du Google Fonts lokal in Elementor nutzt. Alternativ kannst du ein geeignetes WordPress-Plugin verwenden. 

Nur wenn sich einzelne Verbindungen darüber nicht entfernen lassen, kann eine zusätzliche technische Anpassung erforderlich sein. Das können wir gerne zusammen im Mini-Mentoring machen.

Welche Dateiformate brauche ich für lokal eingebundene Schriften?

Für moderne Websites reicht in der Regel das Format WOFF2 aus. Es ist stark komprimiert und wird von allen aktuellen Browsern unterstützt. WOFF kannst du zusätzlich verwenden, wenn du auch ältere Browser berücksichtigen möchtest. Formate wie TTF oder OTF sind für die Einbindung auf Websites meist nicht notwendig.

Muss ich alle Schriftschnitte einer Google Font hochladen?

Nein. Lade nur die Schriftschnitte und Schriftstärken hoch, die du auf deiner Website tatsächlich verwendest, zum Beispiel Regular 400, Medium 500 oder Bold 700. Jeder zusätzliche Schriftschnitt vergrößert die zu ladende Datenmenge und kann die Ladezeit deiner Website unnötig erhöhen.

Ich bin keine Anwältin und das hier ist keine Rechtsberatung. Wenn du in Fragen rund um Datenschutz & Co. auf Nummer sicher gehen willst, lässt du dich juristisch beraten.

8 Responses
  1. Liebe Silke,
    so eine geniale Anleitung:-).
    Herzlichen Dank für deine Mühe, das hier Schritt für Schritt zusammenzustellen und so ausführlich zu erklären!!

    Immer wieder toll!!

    Ganz liebe Grüße
    Bibiane

  2. Hallo Silke,

    vielen lieben Dank für den Tipp mit dem Font Blocker. Dieser hat jetzt erstmal meine ewige Suche nach der letzten Verbindung zum Google-Server beendet und ich kann wieder ruhiger schlafen.

    Deine Anleitung, die Schriften lokal zu nutzen, hat übrigens super funktioniert. Bei mir macht anscheinend nur noch irgendein Plugin Stress. Das werde ich aber auch noch finden 🙂

    Als ich bei mir die Developer Tools geöffnet habe, ist mir übrigens noch aufgefallen, dass einige Bilder deines Artikels ewig brauchen um vollständig geladen zu werden. Und ich hatte mich schon über die vielen großen weißen Flächen innerhalb des Artikels gewundert, die erste nach einigen Sekunden durch Bilder ersetzt wurden.

    Viele Grüße
    Enrico

    1. Hallo Enrico,
      das freut mich riesig, dass du die Google Fonts losgeworden bist. Wenn der Font Blocker nicht alles findet und ein Plugin noch Ärger macht: Versuch es mal mit dem Plugin OMGF. Wenn du dir das sparen willst, schau nach, welches Plugin genau Schrift auf deine Website bringt (z. B. Kontaktformular oder Anmeldeformular vom Newsletter).
      Die Sache mit den Bildern kann mal passieren, wenn der Website-Cache sich gerade erneuert. Das sollte nun nicht mehr vorkommen.
      Liebe Grüße
      Silke

      1. Ich setze mich da heute Abend nochmal ran. Kann ja wohl nicht so schwierig sein 🙂 Zur Not muss ich jedes Plugin nach einander deaktivieren und so gucken, welches für die Verbindung zum Google-Server verantwortlich ist.

        VG
        Enrico

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